DER KLANG DES FADO
Die portugiesische Gitarre und die Viola: Fados zwei Gitarren
Ein Fado-Trio basiert auf zwei verschiedenen Gitarren, nicht auf einer. Hier erfahren Sie, wie die schimmernde Guitarra Portuguesa und die ruhigere Viola sich die Arbeit hinter der Stimme teilen.
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Ein Fado-Trio hat fast immer dieselbe Besetzung: eine Stimme, eine portugiesische Gitarre und eine Viola. Es liegt nahe, anzunehmen, dass die beiden Instrumente austauschbare Gitarren sind, die dieselbe Stimme spielen – doch das stimmt nicht: Die Viola legt das harmonische und rhythmische Fundament, indem sie Akkorde zupft oder schlägt, die den Takt halten und die Struktur des Liedes umreißen, während die portugiesische Gitarre eine eher melodische, ornamentale Rolle übernimmt, helle Figuren um die Stimme des Sängers webt und die Lücken zwischen den Gesangsphrasen füllt. Man kann sich die Viola als den Boden vorstellen, auf dem das Lied steht, und die Gitarre als den Kommentar, der danebenherläuft – gemeinsam leisten sie die Arbeit, die in den meisten anderen Genres eine ganze Band übernehmen würde, und auf der Bühne braucht es sonst nichts weiter.
Die unverwechselbare Form und der Klang der portugiesischen Gitarre
Die portugiesische Gitarre ist sofort an ihrer Form zu erkennen – einem runden, tropfen- oder birnenförmigen Korpus, der sich deutlich von der Taille einer Standardgitarre unterscheidet – sowie an ihrer Besaitung: zwölf Stahlsaiten, angeordnet in sechs Doppelchören, gestimmt auf eine Weise, die ihr einen hellen, schimmernden, fast glockenartigen Klang verleiht. Gespielt wird sie meist mit Fingerpicks statt mit bloßen Fingern, was den Anschlag schärft und eine einzelne Note klar durch einen stillen Raum schneiden lässt. Ihre Abstammung wird allgemein auf Instrumente der Gitarrenfamilie zurückgeführt, die im 18. Jahrhundert aus England nach Portugal gelangten und sich dort eigenständig weiterentwickelten; bis zum 19. Jahrhundert war sie zum Signature-Instrument des Fado geworden, und allein ihr Klang genügt oft, um die Musik zu identifizieren.
Lissabonner und Coimbraer Instrumente unterscheiden sich
Nicht jede portugiesische Gitarre sieht oder klingt gleich. Zwei regionale Bauformen entwickelten sich parallel zu den getrennten Fado-Traditionen Lissabons und Coimbras, unterscheidbar vor allem am Wirbelkasten: Das Lissaboner Instrument endet typischerweise in einer offenen, fächerartigen Schnecke aus Stimmwirbeln, während die Coimbra-Variante sich zu einer engeren, schneckenförmigen Spirale windet, die an eine Violine erinnert. Die beiden werden zudem meist auf etwas unterschiedliche Tonhöhen gestimmt, was zu einem deutlich anderen Charakter beiträgt – insgesamt heller im Lissaboner Stil, weicher im Stil von Coimbra. Ein Spieler, der auf einem der beiden Instrumente ausgebildet wurde, kann normalerweise auch das andere bedienen, doch Häuser und Gitarrenbauer behandeln beide als echte eigenständige Instrumente, nicht als kosmetische Varianten eines einzigen Entwurfs.
Portugiesische Gitarre: Lissabon-Stil vs. Coimbra-Stil
| Fast Track | Lissabon-Stil | Coimbra-Stil |
|---|---|---|
| Kopfplatte | Offener, fächerförmiger Schriftrollen-Aufklapper („Leque") | Eng anliegende, spiralförmige Schriftrolle („caracol“) |
| Feinabstimmung | Höher, heller, anspruchsvoller | Generell ein ruhigerer, entspannterer Ton |
| Verbundene Tradition | Lissabonner Fado-Häuser | Fado an der Universität Coimbra |
A viola — Portugals Wort für die klassische Gitarre
Für englische Muttersprachler ist es verwirrend: „Viola“ bedeutet im Portugiesischen nicht die Bratsche, sondern schlicht die klassische sechssaitige Akustikgitarre, die in Form und Stimmung dem nahekommt, was die meisten Besucher als klassische oder Folk-Gitarre bezeichnen würden. In einem Fado-Trio bildet sie das harmonische Fundament – rhythmisch geschlagen oder gezupft, sodass Sänger und Guitarra auf diesem stabilen Gerüst Raum für Ausdruck finden. Größere Ensembles ergänzen das Klangbild gelegentlich um eine Viola Baixo, eine Bassgitarren-Variante, die die tiefen Frequenzen weiter verdichtet – doch die wesentliche dreistimmige Textur aus Stimme, Guitarra und Viola ist es, um die die meisten Casas de Fado bis heute ihre Programme aufbauen, so wie sie es seit weit über einem Jahrhundert tun.
Wie die beiden Gitarren im Zusammenspiel miteinander kommunizieren
Beobachten Sie einen guten Gitarristen bei einem Live-Fado, fällt Ihnen auf, dass er selten durchgehend schlägt – stattdessen wartet er auf Lücken in der Gesangslinie und füllt sie mit einer kurzen, verzierten Phrase, manchmal als „resposta“ oder „Antwort“ bezeichnet, bevor er wieder zurücktritt, damit der Sänger neu einsetzen kann. Es funktioniert fast wie eine zweite Gesprächsstimme, die die emotionale Form des gerade Gesungenen widerspiegelt oder beantwortet. Die Viola hingegen hält den Rhythmus darunter stabil, damit dieser Dialog nicht den Halt verliert. Dieses Zusammenspiel – ein Instrument, das den Takt hält, das andere, das die Emotion kommentiert – ist ein wesentlicher Grund, warum Fado-Trios mit nur drei Musikern und ohne weitere Instrumentierung vollständig klingen.
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Hinterlassen Sie Ihre E-Mail-Adresse und ungefähr, wann Sie reisen – wir schicken Ihnen eine kurze Übersicht: wie ein Fado-Abend abläuft, welche intimen Häuser am authentischsten sind, ob Sie die Portwein- oder die Dinner-Option buchen sollten und wie sich Portos Fado von Lissabons unterscheidet.